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Geburten von Babys mit Handdeformitäten: Stellungnahme zu aktuellen Beiträgen in diversen Medien

Aktuell wird in verschiedenen Medien über das Thema Geburten von Babys mit Handdeformitäten berichtet. Ausgangspunkt ist die mediale Berichterstattung aufgrund von Recherchen des Kölner Express im Umfeld von Kölner Kliniken. Im Gespräch mit Hebammenvertreterinnen aus dem Kölner Raum wurde dann auch ein Hinweis auf unser Sankt Marien-Hospital Buer gegeben. Dieser Hinweis hatte zur Folge, dass unser Haus auch Teil der mittlerweile bundesweiten Berichterstattung ist.

Transparenz und Sachverhaltsaufklärung

In der geburtshilflichen Abteilung des Sankt Marien-Hospitals Buer sind zwischen Juni 2019 und Anfang September 2019 insgesamt drei Kinder mit einer isolierten einseitigen Handfehlbildung geboren worden. Bei diesen Kindern, die alle pränatal nicht von unserer Klinik gesehen wurden, wurden keine weiteren Fehlbildungen diagnostiziert.

Bei zwei der betroffenen Kinder war die linke Hand deformiert - bei normalem Unterarm waren die Handteller und Finger nur rudimentär angelegt.  Bei einem Kind war die rechte Hand betroffen – auch hier waren bei normalem Unterarm die Handteller und Finger nur rudimentär angelegt. 

Wir konnten keine ethnischen, kulturellen oder sozialen Gemeinsamkeiten der Herkunftsfamilien sehen. Alle Familien wohnen im lokalen Umfeld.

Fehlbildungen dieser Art haben wir viele Jahre lang nicht gesehen. Das mehrfache Auftreten jetzt mag auch eine zufällige Häufung sein. Wir finden jedoch den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig.

Statistisch werden ca. 1-2 Prozent aller Neugeborenen mit einer Fehlbildung unterschiedlicher Ausprägung geboren. Extremitätenfehlbildungen können während der Schwangerschaft durch Infektionen oder Noxen unterschiedlicher Art auftreten, sind insgesamt aber selten.

Der entscheidende Entwicklungszeitraum liegt sehr früh in der Schwangerschaft, zwischen dem 24. und 36. Entwicklungstag nach der Befruchtung der Eizelle.

Eine ebenfalls mögliche Ursache ist das Abschnüren von Extremitäten durch Amnionbänder oder Nabelschnurumschlingungen während der Schwangerschaft im Mutterleib, was zu einer verminderten Weiterentwicklung der betroffenen Extremität führt.

Die Kinder wurden in der Kinderklinik durch den Kollegen unseres Partnerkrankenhauses (Marienhospital Gelsenkirchen mit Perinatalzentrum Level 1) untersucht. Dieser Kollege wird die Fälle weiter in den regionalen Qualitätszirkeln der Kinder- und Jugendärzte thematisieren. Hier tauschen sich vor allem auch die niedergelassenen Kinderärzte aus, die diese Kinder nachbetreuen.

In der geburtshilflichen Abteilung unseres o.g. Partnerkrankenhauses sind keine weiteren Fälle aufgetreten.

Leider gibt es kein bundesweites Melderegister für Fehlbildungen. Es wäre eine Meldung über Eurocat als zentrale Meldestelle der Europäischen Union möglich. Hier sind wir als geburtshilfliche Klinik als Melder jedoch bisher nicht registriert.

Für weiter Informationen: Wolfgang Heinberg, Tel.: 0209 172-54670, w.heinberg(at)st-augustinus(dot)eu