Proktologie und Hämorrhoiden

Die Hämorrhoidalpolster am After sind ein wichtiger Teil des Verschlusssystems. Sie sind von Arterien versorgte Schwellpolster, die für einen flüssigkeits- und gasdichten Verschluss sorgen.

Bei Vergrößerung dieser Polster kommt es allerdings zu schmerzhaften Beschwerden, Brennen und auch Blutungen, die oft medikamentös nicht mehr ausreichend behandelt werden können.

Die operative Sanierung von Hämorrhoiden bedeutete bis jetzt einen blutigen, schmerzhaften und nicht ganz risikofreien operativen Eingriff. Es wurden die Hämorrhoidenpolster einfach weggeschnitten. Die entstandene Wunde blieb offen und heilte daher langsam innerhalb einiger Wochen. In dieser Zeit war jeder Stuhlgang quälend und der Patient musste täglich Sitzbäder machen.

Insgesamt eine schmerzhafte Prozedur, vor der viele Patienten, trotz bestehendem Leiden, zurückschreckten.

Seit kurzem steht auch in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie eine neuartige Operationsmethode zur Verfügung. Hier wird ein anderer Zugang zum Problem gewählt. Dieses wird sozusagen „an der Wurzel“ gepackt. Bei dieser Methode werden mit einem speziellen Gerät die zuführenden Hämorrhoidalarterien mittels Ultraschall aufgesucht und selektiv umstochen. Dadurch kommt es, ohne die massiven Folgen der konventionellen Methoden, zu einer massiven Drosselung des Blutflusses in die hypertrophierten Hämorrhoidalpolster. Diese schwellen in weiterer Folge ab, und erreichen innerhalb von zwei bis drei Wochen normale Größe.

Nur bei sehr großen Hämorrhoiden ist unter Umständen nachträglich zusätzlich eine Abtragung der verbleibenden Polster nötig. Hierfür wurde auch eine neue Methode am Sankt Marien-Hospital Buer etabliert – die sogenannte Staplerhämorrhoidektomie nach Longo. Hier werden die Hämorrhoiden mit einem Klammernahtgerät entfernt, welches auch eine deutlich höheren Komfort gegenüber der herkömmlichen Operationsmethode aufweist. Der Vorteil beider Methoden (HAL und Staplerhämorrhoidektomie) liegt darin, daß der Eingriff den Verschlussapparat des Afters nicht gefährdet, die Sensibilität erhalten bleibt und vor allem, dass postoperativ kaum Schmerzen bestehen und sofort nach der Operation ein Stuhlgang problemlos und schmerzfrei möglich ist.

Somit wird die Volkskrankheit Hämorrhoiden individuell entsprechend der Ausprägung mit den neuen Techniken neben den herkömmlichen Verfahren behandelt.

Frühzeitiges Handeln ist also gefragt – bei den neuen Methode aber eigentlich ja auch kein Problem. Selbst dem Freundeskreis muss man die ungeliebte Erkrankung nicht eingestehen – mit nur einigen Stunden im Krankenhaus ist alles wieder in Ordnung und keiner hat´s gemerkt.

Unsere Erfahrungen und Ergebnisse mit dieser Methode sind ausgezeichnet.