Die Pläne sind nicht neu, ihre Umsetzung ist jetzt jedoch ein sehr großes Stück näher gerückt: Die KERN Katholische Einrichtungen Ruhrgebiet Nord GmbH hat in diesen Tagen die gute Nachricht erhalten, dass schon bald der offizielle Förderbescheid über rund 24,3 Millionen Euro vom Land zugestellt werden wird. Das Geld ist für eine bereits seit längerer Zeit bekannte Veränderung in der Krankenhauslandschaft im Gelsenkirchener Norden bestimmt – einen Umbau am KERN-Standort in Buer und einen Umzug des Elisabeth-Krankenhauses aus Gelsenkirchen-Erle nach Buer.
„Wir sind sehr dankbar und glücklich über die jetzt in Aussicht gestellten Fördermittel des Landes und des Bundes“, freut sich KERN-Hauptgeschäftsführer Hendrik Nordholt. „Zusammen mit noch einmal rund 4,7 Millionen, die wir als Eigenanteil beisteuern, werden wir am Standort des Sankt Marien-Hospitals Buer somit gut 30 Millionen Euro in die Zukunftssicherung des Hauses investieren“. Die Freigabe des BAS, der Bundesanstalt für Soziale Sicherung, liegt bereits vor. Nun muss dieser noch in einen finalen Förderbescheid gegossen werden.
Worum es dabei konkret geht, erläutert MHB-Krankenhausgeschäftsführerin Eva Wilhelm: „Die Planung sieht vor, dass wir in Buer im Hof des Krankenhauses einen weiteren Anbau errichten werden und einen bestehenden Gebäudeteil ersetzen. Konkret geht es um den heutigen Trakt C, in dem noch die Gynäkologie und die Geburtsklinik untergebracht sind“. Durch die Refinanzierung der beiden Bauten mit einem Förderantrag steigt die Kapazität in Buer um etwa 38 % der Betten.
Der Ersatzbau für den Trakt C ist für die Psychiatrie bestimmt, die derzeit noch im Elisabeth-Krankenhaus in Erle ihre Heimat hat. In den neuen Anbau soll in einigen Jahren die Klinik für Geriatrie einziehen, die bereits am MHB besteht und zukünftig um die geriatrische Abteilung des Elisabeth-Krankenhauses erweitert wird. „Durch die damit verbundene Aufgabe des KERN-Standortes in Gelsenkirchen-Erle kommen wir Vorgaben aus der Krankenhausplanung nach, die effiziente und effektive medizinische Strukturen von uns fordern“, begründet KERN-Hauptgeschäftsführerin Susanne Minten die Planungen. „Indem wir die Fachabteilungen für Geriatrie und Psychiatrie von Erle nach Buer umziehen, schaffen wir wirtschaftliche und medizinische Verbesserungen, da wir Doppelstrukturen abschaffen und Fachpersonal nicht mehr an zwei Standorten vorhalten müssen“. Hinzukommt, dass auch die Kosten für den baulichen Erhalt des Krankenhauses in Erle wegfallen.
Die Planungen in Buer sind ein Baustein einer größeren Gesamtplanung. „So sehr ich mich für den Standort Buer jetzt schon freue: Wir hoffen auf den Bescheid eines weiteren KERN-Antrags, den wir über den Krankenhaustransformationsfond bei der Bezirksregierung bzw. beim Land Nordrhein-Westfalen gestellt haben“, ergänzt Hendrik Nordholt.
Bei diesen zwei weiteren Bauplanungen geht es zum einem um ein großes Neubauprojekt am KERN-Standort St. Barbara-Hospital in Gladbeck, zum anderen um Pläne für das Marienhospital in Gelsenkirchen-Ückendorf, um die mit der Bezirksregierung Münster und dem Land NRW verhandelten Konzentrationsmaßnahmen weiter durchführen zu können.
„Auch wenn wir einige Standorte verändern und mit dem Elisabeth-Krankenhaus Erle einen KERN-Standort aufgeben werden, so würden die angedachten Investitionen im insgesamt dreistelligen Millionenbereich eine sehr wichtige Absicherung für die Zukunft unseres gesamten Leistungsverbundes bedeuten“, betonen Susanne Minten und Hendrik Nordholt.
Bis das Planungs-Mosaik am Ende das komplette Bild ergibt, alle Neubauten fertig und Kliniken umgezogen sind, werden jedoch noch einige Jahre vergehen. Frühestens fünf Jahre nach dem ersten Baustart dürfte es so weit sein. „Auf diesem Weg wollen wir alle Mitarbeitenden mitnehmen und die Zukunft von KERN weiter gemeinsam gestalten“, versichern Susanne Minten und Hendrik Nordholt.